15. Und es rollt und rollt und rollt

“Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann. Er gebe mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Verfasser unklar)

Dass ich Fränkin bin, ist nicht zu überhörn,
und es gibt Leute, die sich daran störn.
Immer wieder bin ich angeeckt
mit meinem rollenden R – Dialekt.
Wie oft hab ich in der Zeitung gelesen,
mein R sei so fränkisch gewesen.
Kaum ein Kritiker kann es ignorieren.
Man muss mich mit dem R konfrontiern.

Denn es rollt und rollt und rollt und rollt und rollt.

Ist ein rollendes R denn ein Defekt,
dessen man sich schämt, den man versteckt?
Irgendwann habe ich das geglaubt
und mir kaum mehr ein Rollen erlaubt.
Ich bekam ein Minderwertigkeitsgefühl,
weil mein R sich nicht erziehen lassen will
und sich wie mein erstes Auto benimmt.
An diesen Spruch erinnern Sie sich bestimmt.

Denn es rollt und rollt und rollt und rollt und rollt.

Ich hab wirklich geübt und trainiert,
die reinste Akrobatik vollführt,
mir beinahe die Zunge verrenkt,
aber all diese Mühe war verschenkt.
Es ist mir einfach nicht geglückt,
also habe ich mein R unterdrückt
und auf ein minimales Rollen reduziert
und gehofft, dann wird es akzeptiert.

Doch es rollt und rollt und rollt und rollt und rollt.

Und dann war ich in der fränkischen Rhön,
da sagte einer, meine Lieder wär´n ja schön.
Nur das R hätt ich nicht deutlich gesungen,
das hätte so genuschelt geklungen.
Diese Worte haben mich sehr gefreut
und mich von dem Normierungswahn befreit.
Seitdem rolle ich mein R, wie´s mir bequem,
und wenn Sie´s stört, dann ist das Ihr Problem,
und wenn Sie´s stört, dann ist das Ihr Problem.

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