8. Bruder Tod

Eigentlich wissen wir es von Anfang an,
dass das Leben nicht ewig dauern kann,
dass wir geradewegs auf den Tod zumarschiern.
Doch wir lassen uns nur allzu gern verführn,
nur nicht dran zu denken.
Wir sind Meister und Meisterinnen darin uns abzulenken.

Und dann trifft der Tod uns oft
unvorbereitet, unverhofft.
Wir sind erschüttert, wir sind schockiert.
Wenn ein Mensch sein Leben verliert,
können wir es nicht fassen
und noch viel weniger uns selbst aufs Sterben einlassen.

Dabei tauschen wir nur unsere menschliche Hülle
gegen ein Leben in göttlicher Fülle,
denn es gibt keine Tränen, keinen Schmerz, keine Not
in den Armen von unserm lebendigen Gott.

Natürlich ist Abschied nehmen schwer,
doch für den, der geht, oft nicht mal so sehr.
Viel mehr leiden die, die bleiben,
ihr Schmerz ist oft nicht zu beschreiben.
Eines kann mich trösten:
das Wissen, der geliebte Mensch ist nun bei den Erlösten.

Was kein Ohr je gehört und kein Auge gesehn,
und was wir auf Erden wohl nie verstehn,
hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.
So steht es jedenfalls geschrieben.

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