5. Feuerstein

Du trägst ein schlichtes blaugraues Gewand,
bist unscheinbar, ohne Eleganz,
bist wie alle andern auch aus Staub und Sand.
Aus dir heraus hast du keinen Glanz.
Als Gott, der Vater, dich erschaffen,
warst du nicht gedacht als Schmuck für edle Damen.
Aus dir fertigt man Werkzeuge und Waffen,
und du trägst einen wunderschönen Namen:

Feuerstein, Feuerstein wirst du genannt.
Du bist ein Feuerstein, Feuerstein in seiner Hand.
Und lässt du dich gebrauchen,
springen Funken, wird es rauchen,
und da wird Feuer sein –
überall im Land.

Alleine bist du nutzlos, hart und kalt.
Du musst ein Gegenüber finden,
das dich berührt, das auf dich prallt,
sonst kann kein Funke sich entzünden.
Du möchtest den Kontakt, du willst dich reiben,
und du nimmst dafür so manchen Crash in Kauf,
denn würdest du alleine bleiben,
leuchtete niemals sein Feuer auf.

Feuerstein …

Dein Name „Feuerstein“ enthält ein „t“,
ein kleines Kreuz, das Zeichen uns’res Herrn.
Das hebt sich ab, dass jeder es versteh:
Er ist deine Mitte, ist dein Kern.
Er wollte Feuer auf die Erde bringen,
und er wünschte sich so sehr, dass es schon brennt.
Sein Vorhaben wird umso mehr gelingen,
je mehr man seinen Geist in dir erkennt.

Feuerstein …

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