13. In deiner Hand

„Gott, du bist mein Gott, den ich suche, meine Seele dürstet nach dir … wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.“ (Psalm 63,2)
Manchmal wundere ich mich, wie sehr sich meine Seele anfänglich gegen das wehrt, was eigentlich ihre tiefste Sehnsucht ist: Sich von Gott berühren und heilen zu lassen.  

Dein Trost zieht heran wie die Wolken.
Langsam bewegen sie sich am Horizont.
Ich kann ihn schon riechen, den sanften Sommerregen,
der dort im Himmel in den Wolken wohnt.

Du kommst mir immer wieder entgegen,
doch meine ängstliche Seele will sich entziehn,
will sich verstecken wie vor heftigem Regen,
will sich verbergen, will dir entfliehn, will dir entfliehn, will dir entfliehn.

Vor deinem Trost hat meine Seele sonderbare Scheu,
als fürchte sie dein zärtliches Handeln.
Vielleicht weil sie ahnt, du machst alles neu,
willst sie von Grund auf verwandeln, von Grund auf verwandeln.

Und dann fasse ich Mut und geb mich in deine Hand,
erlaube dir, mir zu begegnen.
Breite meine Seele aus wie dürres Land
und lasse deinen Trost niederregnen.

Erst tröpfelt er, dann prasselt er nieder,
ein Wolkenbruch strömt auf mich ein.
Meine Seele erinnert sich wieder,
wie es ist, von deinem Trost durchnässt zu sein,
bis auf die Haut durchnässt zu sein.

Vor deinem Trost … 

Wie in der Wüste nach dem Regen entfaltet sich großer Segen
auf bisher scheinbar unfruchtbarem Land.
Während ich staunend warte, wandelt sich alles Harte.
Was wie Stein war, wird wie Ton in deiner Hand.

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