14. Wie kann ich es wagen?

Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37) gibt Jesus ein klares Signal an die „Frommen“, damals wie heute. In der Nachfolge Jesu geht es nicht um religiöse Pflichterfüllung, sondern um konkrete Barmherzigkeit. Eine Herausforderung, der ich mich immer wieder neu stellen muss, damit ich nicht das Wesentliche übersehe.

Wie kann ich es wagen vorüberzugehn,
an denen, die man beraubt,
und dabei behaupten, ein Christ zu sein,
eine von denen, die glaubt
an Gottes große Barmherzigkeit,
für die Leidenden und die Armen,
seine Güte, seine Freundlichkeit,
seine Liebe, sein Erbarmen.

Wie kann ich es wagen, beschäftigt zu sein
mit lauter wichtigen Dingen.
Ist meine Frömmigkeit denn nicht nur Schein
für all die, die da kämpfen und ringen
um nacktes Überleben, um Sicherheit,
um Schutz vor Krieg und Gewalt,
vor Terror und Ungerechtigkeit,
einer Welt, so grausam und kalt.

Hilf mir, zu wagen hinzugehn,
spring mit mir über Mauern,
nicht nur aus der Ferne zuzusehn
und das schreckliche Leid zu bedauern.

Hilf mir, zu wagen hinzuschaun,
Verletzungen zu verbinden,
mitzuhelfen, Zukunft zu baun
und Frieden für alle zu finden.
Frieden – Shalom –
Peace – Salam.

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